· 

Gamification im Workshop: Was ein Spielenachmittag über Lernen verrät

Ein Spielenachmittag in Bielefeld und was das mit Lernen zu tun hat

Es gibt diese Nachmittage, die wirken erstmal ganz unspektakulär. Ein Café. Nette Menschen. Leckeren Kuchen. Und dann gehst du nach Hause und merkst: Da hat sich gerade etwas in deinem Kopf sortiert. Genau so war es bei mir in Bielefeld im Café Haltestulle. (Shoutout an dieser Stelle für ein tolles Café ❤️)

 

Organisiert wurde der Spielenachmittag von Christine und ihrer Mission „17 for hospitality“. Das ist ein tolles Projekt, das Nachhaltigkeit (und vor allem die 17 Nachhaltigkeitsziele) in der Hotellerie greifbar macht. (HIer gibt es noch andere tolle Angebote, wenn du stöbern willst: https://17forhospitality.de/) (17 for hospitality)

 

Die Stimmung während des Spielenachmittags? Gemütlich, freundlich, wohltuend. Viele nette Menschen mit neugieriger Freude haben sich vor Ort versammelt und ganz viele Spiele zur Probe gespielt. Und ich saß da und dachte: So fühlt sich ein Lernraum an, in dem man automatisch mitmachen will. 

 

 

Dieser Effekt ist sicher typisch für Serious Games. Daher musste ich einmal für diesen Beitrag auch die Wirkung von Gamification und Serious Games auf das Lernen und die Motivation recherieren. Dazu unten mehr! 

Die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) kurz erklärt

 

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind Teil der Agenda 2030, die 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. Sie sind ein globaler Plan, damit Menschen weltweit besser leben können: sozial gerechter, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch innerhalb der planetaren Grenzen. (Vereinte Nationen)

Ganz grob kannst du sie so clustern:

  • Grundbedürfnisse & Chancen: keine Armut, kein Hunger, Gesundheit, Bildung, Gleichstellung

  • Infrastruktur & Wirtschaft: sauberes Wasser, Energie, menschenwürdige Arbeit, Innovation

  • Umwelt & Klima: nachhaltige Städte, verantwortungsvoller Konsum, Klimaschutz, Leben unter Wasser, Leben an Land

  • Miteinander & Umsetzung: Frieden/Institutionen und Partnerschaften

Wenn du die komplette Liste sehen willst (mit Kurzbeschreibungen): https://17ziele.de/ (17ziele.de)

 

Warum ich das hier erwähne? Weil Spiele an diesem Abend genau das getan haben, was die SDGs oft schwer machen: Komplexität fühlbar machen, ohne zu überfordern.

Spiel 1: Change Maker – Design Thinking und Gründungswissen als Spiel

 

Mein erstes Spiel des Abends war „Change Maker“. Und ich sag’s, wie’s ist: Ich kam rein mit „Klingt spannend“ und ging raus mit „Okay wow, ich wusste das zwar vorher, aber: Gründen ist ein ganzes Universum.“

 

Was mich begeistert hat, war weniger ein einzelner Aha-Moment, sondern dieses kooperative Erleben: Wenn Menschen gemeinsam knobeln, lachen, entscheiden, verwerfen und neu bauen, dann sprudeln Ideen fast automatisch.

Und gleichzeitig wurde mir spielerisch gezeigt, wie viele Facetten hinter „Wir entwickeln mal ein Produkt“ stecken:

  • Produktidee & Kund:innenbrille (Perspektivwechsel)

  • Marketing-Speech & Vertriebsdenken

  • Prozesse, Investitionen, betriebswirtschaftliches Grundverständnis

  • Kommunikation im Team

  • und ja: auch die Realität, dass jedes Produkt mit seiner Branche ein eigenes Fachuniversum ist

 

Der Clou: Das Spiel lässt dich den gesamten Prozess nicht nur verstehen, sondern durchlaufen. Kein Vortrag über Design Thinking, sondern du stehst mitten drin.

Spiel 2: Biotop-Kartenspiel: Systeme verstehen, Wissen im Team aufbauen

 

Das zweite Spiel war ein Kartenlege-Spiel, in dem wir im Team Lebenswelten für Tiere und Pflanzen erschaffen mussten.

Meine stärkste Erkenntnis: Wissen wird plötzlich dringend. Denn um die richtigen Kartenformationen zu bauen, mussten wir sehr schnell verstehen:

  • Welche Tiere brauchen welchen Lebensraum?

  • Was passt zusammen und was eben nicht?

  • Welche Ereignisse können ein Biotop zerstören?

Am Anfang war das ehrlich gesagt schwierig, weil es eben nicht „nur Karten legen“ ist, sondern echtes Systemverständnis braucht. Und genau dadurch war der Lerneffekt so stark: Du merkst sofort, wo dein Wissen noch lückenhaft ist und brauchst das Team, um zu gewinnen.

 

Meine Learnings

Nach diesem Abend war mir klar, warum Gamification bei komplexen Tehemn so gut funktioniert:

 

  1. Komplexe Zusammenhänge werden greifbar.
    Nicht als Theorie, sondern als „Ich hab’s erlebt“.

  2. Perspektivwechsel passiert automatisch.
    Durch Rollen, Entscheidungen, Konsequenzen. Ganz ohne Moralkeule.

  3. Emotionalisierung und ein Teamgefühl sind ein Turbo beim Lernen.
    Gemeinsam knobeln erzeugt Bindung. Bindung erzeugt Mut. Und Mut erzeugt Lernen.

 

 


Meine Learnings: Warum Gamification komplexe Themen greifbar macht und was sagt uns der wissenschaftliche Blick?

 

Wer mich kennt, weiß, dass ich sofort verstehen möchte was im Körper passiert, warum Dinge einen Effekt auslösen. Also habe ich einmal recheriert, warum Gamification so toll funktionieren kann und habe folgende Erklärung für Effekte gefunden:

 

Meine Übersetzung in Workshop-Sprache:
Gamification ist dann stark, wenn sie nicht ablenkt, sondern Struktur gibt: klare Regeln, schnelles Feedback, sinnvolle Entscheidungen, gemeinsamer Sinn und danach ein kurzes, gutes Debriefing bzw. ein Feedback „Was heißt das für unseren Alltag?“.

Visual Work Kit: Visuelle Methoden + Workshop-Anleitungen (Warteliste)

 

Wenn du Workshops gibst, kennst du das: Workshops sind manchmal schwer zu konzipieren und wirken wie zusammengestückelt: Methoden finden, Dramaturgie bauen, und vor allem: die Visuals mitdenken. Es ist schwer dann noch den Transfer zu sichern und am Ende soll’s bitte auch noch leicht wirken. Gamification ist dann oft nicht mal Thema! Ich baue die Abkürzung als mein nächstes Produkt für dich, das:  

VISUAL-WORK-KIT 🎉


Eine visuelle Methodensammlung mit konkreten Vorlagen und klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen, damit Workshopdesign nicht jedes Mal bei Null beginnt, sondern sich anfühlt wie: plug & play, aber mit Wirkung.

 

Ich plane eine kreative Vorlage für Workshops zu erstellen, die du selbst ausdrucken kannst!

 👉 Wenn du als Trainer:in, HR, Coach oder Facilitator dabei sein willst:
Trag dich hier in meine Warteliste ein (Newsletter-Update zur Produktidee):
WARTELISTE ZUM VISUAL-WORK-KIT